Europa Wirtschaft

Europa Wirtschaft

Die Triebfeder der Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft, heute Europäische Union genannt, war die Erfahrung der zwei zerstörerischen Weltkriege. Die Initiatoren und Unterstützer hatten die Vision eines Europas, in dem Krieg nicht mehr möglich ist. Im Rückblick ist festzustellen, dass die wesentlichen Schritte zur Zusammenarbeit und schließlich zur Integration vor allem im Bereich der Wirtschaftspolitik vollzogen wurden. So waren die Vorläufer der Europäischen Union die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Auf diesen Gebieten fand eine gemeinsame Koordinierung der Wirtschaftspolitik statt.

Waren zuvor im Wesentlichen Zölle zwischen den EG-Mitgliedern abgeschafft worden, wurde die Schaffung eines gemeinsamen Binnenmarktes in den 1980ern forciert. Zölle sind nämlich nur eine Form der Handelsbarriere: Eine andere Möglichkeit der Handelsbeschränkung gibt es beim Marktzugang. Deshalb vereinheitlichte die Europäische Gemeinschaft diesbezügliche Regeln, zum Beispiel Umweltstandards. Auch das Prinzip der gegenseitigen Anerkennung wurde eingeführt: Lässt ein Staat ein heimisches Produkt auf dem eigenen Markt zu, muss es bei Erfüllung der vorliegenden Kriterien auch Produkte aus anderen Mitgliedsstaaten zulassen. Die Folge dieser Maßnahmen war, dass sich die Wirtschaft Europas noch rasanter miteinander verflocht.

Der Höhepunkt dieser Entwicklung stellte 1999 die Einführung einer gemeinsamen Währung, des Euros, dar. 17 von 27 EU-Mitgliedsstaaten haben diese Europäische Wirtschafts- und Währungsunion vollzogen. Dieser Meilenstein hat für Europas Wirtschaft, sofern die jeweiligen Staaten den Euro eingeführt haben, einen großen Vorteil: Innerhalb der Währungszone sind auf Grund der gleichen Währung Handelsgeschäfte leichter abwickelbar, zudem gibt es nicht mehr die Unsicherheit von Schwankungen des Wechselkurses.

Die Integration im Bereich der Wirtschaftspolitik ist im Gegensatz zu anderen Politikfeldern, zum Beispiel in der Außen- und Sicherheitspolitik, weit fortgeschritten. Dennoch muss angesichts verschiedener Krisen, der Griechenland-Krise unter anderen, die Frage gestellt werden, ob die Harmonisierung der Wirtschaftspolitik ausreichend fortgeschritten ist. Europas Wirtschaft zeichnet sich durch erhebliche Unterschiede aus. Das Gefälle der Wirtschaftskraft, auch innerhalb der Euro-Zone, ist groß, die Wirtschaftsstrukturen sind je nach Staat und Region unterschiedlich. Die gemeinsame Währung wird in Krisenzeiten ein Problem, sofern die ökonomischen Verhältnisse nicht angeglichen sind: Bei verschiedenen Währungen und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit konnte ein in eine Krise geratener Staat seine Währung abwerten, um günstiger exportieren zu können. Das ist bei einer gemeinsamen Währung, die mehrere Staaten mit differierenden Wirtschaftssituationen und deswegen anderen Interessen umfasst, nicht mehr möglich.


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