Deutsche Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten einem ähnlichen Strukturwandel wie die Ökonomien anderer Industriestaaten unterlegen. Dazu gehört die Globalisierung, also die zunehmende internationale Verflechtung. Außerdem muss die wachsende Bedeutung des Dienstleistungssektors für den Arbeitsmarkt erwähnt werden, während der Industriesektor auf Grund von Automatisierung prozentual immer weniger Arbeitnehmer beschäftigt. Obwohl diese Trends international sind, unterscheidet sich die deutsche Wirtschaft erheblich von der anderer hoch entwickelter Staaten.

Das wesentliche Merkmal ist die außergewöhnliche Exportorientierung: Deutschland exportiert wesentlich mehr Waren und Dienstleistungen, als es importiert. Das führt dazu, dass die deutsche Wirtschaft stark von der Weltkonjunktur abhängig ist. Politisch hat dies zur Folge, dass die Bundesregierung an möglichst wenig Handelsbarrieren wie zum Beispiel Zölle interessiert ist. Die Europäische Union mit ihrem Binnenmarkt kommt Deutschland demnach zugute.

Mittlerweile sind in Deutschland zwar nur noch rund 24 % der Arbeitnehmer im Industriesektor beschäftigt, während der Dienstleistungssektor eine Quote von circa 74 % aufweist (Stand 2010), dennoch ist dieser Wirtschaftsbereich auf Grund seiner hohen Produktivität ein bedeutender Faktor der deutschen Wirtschaft.

In vielen Feldern ist Deutschland weltweiter Marktführer oder hat zumindest hohe Marktanteile: Traditionell trifft das zum Beispiel auf den Maschinenbau und auf die Automobilindustrie zu. Großes Potenzial besitzt auch der Bereich der Erneuerbaren Energien, in dem Deutschland vor allem auf Grund politischer Rahmenbedingungen in der technologischen Entwicklung an der Weltspitze ist.

Mit einer einmaligen Herausforderung sah sich die deutsche Politik sowie die Wirtschaft 1990 und in den Folgejahren konfrontiert: Die Wiedervereinigung war ein ökonomischer Kraftakt, da sich die DDR-Wirtschaft durch eine sehr niedrige Produktivität auszeichnete und international größtenteils nicht wettbewerbsfähig war. Die Privatisierung vieler ehemals staatlicher Betriebe führte zu dem Abbau von Arbeitsplätzen bis zu kompletten Schließungen. Die rasant steigende Arbeitslosigkeit entwickelte sich zu einem gravierenden sozialen Problem, das die Bundesregierung insbesondere mit der Förderung der Bauwirtschaft durch Infrastrukturmaßnahmen und steuerliche Anreize für private Investitionen zu bekämpfen suchte. In der Tat stieg in der Folge die Beschäftigungszahl in der Baubranche deutlich an.

Mittlerweile haben sich in Ostdeutschland starke Wirtschaftsregionen wie zum Beispiel der Raum Dresden herausgebildet: Insgesamt ist die Wirtschaft auf dem ehemaligen DDR-Gebiet aber auch heute noch schwächer als in den so genannten alten Bundesländern.


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