Wirtschaftsinformatiker

Wirtschaftsinformatiker

In erster Linie ist die Wirtschaftsinformatik eine moderne Wissenschaft an der Grenze zwischen den Wirtschaftswissenschaften, der Mathematik und der Informatik im weitesten Sinne. Dementsprechend ist die berufschulische und später akademische Ausbildung weitgefächert.

Um den Beruf jedoch erst ausüben zu können, ist in der Regel ein abgeschlossenes Hochschul-, oder Fachhochschulstudium mit Abschluss Diplom-Informatiker, aktueller: Bachelor/Master of Science, strikte Voraussetzung. Neben diesem qualifizierenden Abschluss fokussieren Arbeitnehmer ihr Interesse in den letzten Jahren aber auch verstärkt auf sogenannte "Soft Skills", also Fähigkeiten, die speziell diesen einen Bewerber für das Unternehmen attraktiv machen, z.B. das Beherrschen vieler Programmiersprachen zugleich, oder ein interessantes Portfolio - aber auch allgemeine, beruflich-kreativ orientierte Charakterzüge wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität sowie Kreativität und Sprachkenntnisse.

Das Berufsfeld teilt sich in der Wirtschaftsinformatik in 3 große Gruppen:

  1. IT-Kernberufe,
  2. IT-Mischberufe und
  3. IT-Randberufe.

Bei Ersterem befassen sich Wirtschaftsinformatiker mit der Planung von Hard- und Softwaresystemen. Datenverarbeitende Aufgaben fallen in die Gruppe der IT-Randberufe, also die Planung, Entwicklung und Anwendung von Systemen und Software, die große Menge an Daten organisieren und verwalten. Zwischen beiden Berufsfeldern finden sich schließlich die IT-Mischberufe. Fachleute dieser Berufsgruppe gelten als besonders vielseitig, da sie auf der einen Seite Wissen und Erfahrung in der Praxis bereitstellen, aber ebenso mit Datensoftware spielend umgehen können. Für gewöhnlich nehmen Fachleute dieser Gruppe administrative Tätigkeiten zur Koordination von Mitarbeitern der beiden anderen Berufsfelder. Projektmanager und Controller sind demnach hier besonders gefragt.

In der Anwendung schließlich unterscheidet man zwischen IT-nahen und IT-fernen Branchen.

In Branchen mit direkten IT-Bezug fallen vorwiegend Aufgaben der Systementwicklung sowie -analyse an, aber auch der Nutzerberatung, Controlling und Organisation. In IT-fernen Branchen liegt der Schwerpunkt verstärkt auf dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich des Berufs, also vor allem in Unternehmen mit betriebswirtschaftlich orientierten IT-Bezug: Logistik, Management, Vertrieb, Controlling und Verwaltung. Der erste Schritt für einen Wirtschaftsinformatiker bei der Arbeit ist die genaue Planung und Absprache des aktuellen Projekts des Kunden oder Unternehmens (Auftraggeber). Der Wirtschaftsinformatiker macht sich ein genaues Bild betrieblich-adminisitrativen Geschehens. Der Auftraggeber fasst den gemeinsam besprochenen Auftrag in ein Sollkonzept und Pflichtenheft zusammen. Hierauf aufbauend kann der Wirtschaftsinformatiker ein passendes IT-System konzipieren und erstellen. Jenes IT-System kann entweder völlig neu aufgesetzt sein, oder auf ein bestehendes aufbauen.

Aufgrund der Vielseitigkeit mit der Wirtschaftsinformatiker eingesetzt werden können, finden diese sowohl eine Anstellung in gewöhnlichen Unternehmen, als auch Technologieunternehmen oder direkten Kommunikations-/Informationsbetrieben. Im Grunde alle Unternehmen, die für ihre Geschäftsabläufe moderne Informationssysteme verwenden.

Immer wieder stellen sich junge Leute nach ihrem Abitur die Frage nach der weiteren beruflichen Gestaltung des eigenen Lebensweges. Will der eine zum Beispiel Wirtschaftsinformatiker werden, zieht der andere es hingegen vor, den Beruf des Webdesigners zu ergreifen. Überhaupt erfreuen sich IT Stellen bzw. ähnliche Jobs derzeit bei Schul- und Universitätsabgängern einer nahezu stetig wachsenden Beliebtheit. Ein Umstand, der an sich nicht weiter verwunderlich ist, denn die Computer- und Internetbranche boomt nach wie vor. Und ein Ende der Fahnenstange ist - so scheint es - wohl noch lange nicht erreicht.